18 Kinder sind schon angemeldet

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Waldkindergarten startet fast nur mit Dreijährigen / Erzieherinnen stellen vor, wie ein Tag im Waldkindergarten aussieht.

von Thomas Bissionek, in: BADISCHE ZEITUNG vom 15. Dezember 2018

HINTERZARTEN. Der Waldkindergarten Hinterzarten befindet sich auf der Kurve zur Zielgeraden. Am 1. April 2019 geht er an den Start, wie Simone Lang-Blaschke, die Timeout-Bereichsleiterin Waldkindergärten, bei einer Elternversammlung am Donnerstagabend im evangelischen Gemeindezentrum sagte. 20 Interessierte waren in den Adlerweg gekommen, um sich über das "Wie", "Wann" und "Wo" zu dieser Kindereinrichtung aus erster Hand zu informieren.

Bianca Fischer, die kommende Leiterin des Waldkindergartens, führte durch die Veranstaltung. Der wird getragen von der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Timeout und wurde vorangetrieben von einer Elterninitiative, die den Waldkindergarten in Hinterzarten verwirklicht sehen wollte (die BZ berichtete).

Die Themen

Nun ging es aber darum, wie sich der Alltag in diesem Kindergarten gestalten würde. "Waldpädagogik fördert viele Sinne", "Fantasie und Kreativität werden durch die Vielfalt des Waldes und den jahreszeitlichen Veränderungen der Natur angeregt und gefördert" oder "Der Aufenthalt im Wald stärkt und fördert die Sozialkompetenz", hatte Bianca Fischer zusammen mit ihren Erzieherkolleginnen Michaela Löffler und Lucia Knöpfle an Stellwänden mit auf den Weg gegeben.

Der Standort

Dann nahm sie die Besucher mit auf eine Reise durch einen Tag im Waldkindergarten und beantwortete damit viele Fragen, die die Eltern zuvor auf Karten aufschreiben konnten. "Die Erfahrung wird sicherlich die eine oder andere Änderung nötig machen", machte Michaela Löffler vorneweg klar, dass die Struktur, angelehnt an die Erfahrungen anderer Waldkindergärten, sich für Hinterzarten und der Lage auf fast 1000 Metern immer wieder ändern könne. Das gilt beispielsweise schon für den Bring- und Abholplatz, der zum einen am Skimuseum oder am Wanderparkplatz Erlenbruck liegen könne, um zum Standort des Bauwagens nahe des Mathislehofs zu kommen. "Da wir fast nur mit Dreijährigen starten, ist sicherlich zunächst der Wanderparkplatz erste Priorität, um den Weg bis zu unserer Unterkunft kurz zu halten."

Der Tagesablauf

Über die Frage nach einem Notquartier – "das brauchen 90 Prozent der Waldkindergärten nicht, wir vielleicht schon" –, worüber mit der Schule, dem Kindergarten, dem Kurhaus und den beiden Kirchengemeinden gesprochen werden soll, ging es über den Fußmarsch zum Bauwagen, dem Freispiel als wichtige Phase, in der die Kinder das spielen können und mit wem sie spielen wollen hin zum Morgenkreis. Einem gemeinsamen Frühstück, bei dem die Eltern auf ausgewogene und gesunde Ernährung achten sollen, folgt eine Spielphase. Nach einem ruhigen Tagesabschluss werden die Rucksäcke gerichtet und es geht zurück zum Abholplatz. Das Ganze findet montags bis freitags von 7.30 und 13.30 Uhr statt.

Die Fragen

Natürlich gebe es eine Toilette im Bauwagen, sagte Bianca Fischer, auch wenn diese ohne fließend Wasser auskommen müsse. Und natürlich gebe es im beheizbaren Bauwagen auch Spiele, Puzzle, Bücher und Bastelmaterial und nicht nur Hölzchen und Stöckchen. Sicherlich wichtig sei die richtige Bekleidung, beispielsweise "Zwiebellook", wasserfeste Schuhe und ein gutsitzender Rucksack, machte Michaela Löffler klar. "Die Betreuung in der Kernzeit ist mit zwei Erzieherinnen gesichert, über einen Großteil der Zeit am Bauwagen sind wir zu dritt", sagte Bianca Fischer, die sich im Gespräch mit einer vierten Teilzeitkraft befindet.

Die Eltern

Ganz offen machte Bianca Fischer auch deutlich, dass die Mitarbeit der Eltern im Waldkindergarten erforderlich ist. "Es gibt einige Pflichten", sagte sie und führte beispielsweise auf das Putzen des Bauwagens, die Organisation von Frischwasser oder die Unterstützung, um an Geld zu kommen durch Kuchenverkauf oder Ähnliches. "Wir sind hier für jede Idee offen."

Das Organisatorische

Simone Lang-Blaschke nahm schließlich Stellung zu den organisatorischen Dingen. Derzeit sind 18 Kinder für den Waldkindergarten angemeldet, davon allerdings schon einige, die erst in zweieinhalb Jahren aufgenommen werden. "Wir haben aktuell acht Kinder, die am 1. April am Start sind, weitere sind willkommen." Ab sofort gebe es Betreuungsverträge, sodass die Eltern sicher sein könnten, ihre Kinder untergebracht zu haben. Den Regelbeitrag hat Timeout gestaffelt. Familien mit einem Kind zahlen 165 Euro im Monat, mit zwei Kindern 130 Euro pro Kind, bei drei Kindern 95 Euro pro Kind und bei vier Kindern 50 Euro pro Kind. "Das ist unabhängig davon, ob ein Kind im Waldkindergarten und die anderen in anderen untergebracht sind." Hinzu komme ein monatliches Essensgeld von vier Euro für Sonderaktionen. "Geringverdienende haben natürlich die Möglichkeit, beim Landratsamt einen Antrag auf Unterstützung zu stellen." Die Aufnahmegebühr beträgt 50 beziehungsweise 30 Euro. Die Schließzeiten wurden mit dem Kindergarten St. Josef abgestimmt.