Timeout College

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Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Timeout startet ein sozialraumorientiertes Fortbildungsprogramm

Unser Tun 

Das Timeout Team stärkt, schützt und motiviert junge Menschen auf ihrem Entwicklungsweg. Unabhängig von Alter und der jeweiligen Biografie, begegnen wir Menschen immer mit Respekt und auf Augenhöhe. In der Gewissheit, dass jeder Mensch mit seinem Talent etwas Unverzichtbares in diese Gesellschaft einbringt, sehen wir uns jederzeit als Lernende und Lehrende, die ermutigen, das eigene Talent sichtbar zu machen. 

 

Unser Kern 

Das Fundament unserer Arbeit basiert auf der Haltung „Keinen Menschen zurücklassen“ und orientiert sich sehr stark am Circle of Courage, des amerikanischen Erziehungswissenschaftlers Larry Brendtro (s.u.). Der Circle of Courage beschreibt vier elementare Erfahrungen, die einen guten Entwicklungsweg fördern. 

Das Gefühl der 

  • Zugehörigkeit - indem man sich in einer Gemeinschaft beheimatet fühlt. 
  • Meisterschaft - die eigenen Talente und Fähigkeiten in einem weiten Feld zeigen zu können. 
  • Unabhängigkeit - die eigene Zukunft und den Weg dahin selbst entscheiden.
  • Großzügigkeit - die sich im steten Wechsel von Geben und Empfangen zeigt.

Um Menschen bestmöglich zu begleiten, ist es wichtig, dass wir unser Wissen, unsere Erfahrung und den Kern unserer Haltung, ständig weiterentwickeln und teilen. Damit wir auf neue Herausforderungen in Gesellschaft, Familie und Bildung weiter gute Antworten finden, braucht es das Wissen jedes Einzelnen!

 

Timeout College 

Timeout möchte Mut machen. Zunehmend geraten Eltern, Großeltern, Familien, Menschen, die Kinder und Jugendliche begleiten an die Grenzen ihrer Kräfte. Der Druck im engen Korridor des staatlichen Bildungssystems, die unterschiedlichen Erwartungshaltungen an Eltern, Kinder, Lehrer und Betreuer, die fehlende Zeit für die notwendigen individuellen Entwicklungswege … All das führt häufig zu großen Konflikten und das, wo doch alle nur das Beste für das Kind wollen. 

Angelehnt an den Circle of Courage zeigt Timeout, welche elementaren Erfahrungen ein Kind braucht, um sich seinen Talenten und seiner eigenen Persönlichkeit entsprechend bestmöglich zu entwickeln. 

Das Mentoring findet regelmäßig an einem Samstag von 15 – 17 Uhr statt. Eingeladen sind Eltern, Großeltern, Erziehende, Lehrende, Trainer*innen … und alle die Kinder und Jugendliche begleiten. Die Mentoren kommen aus dem Timeout-Team.

Die Einladung wird jeweils auf der Internetseite und in der Presse sowie unter www.facebook.com/timeoujugendhilfe bekannt gemacht. 

Wir bitten jeweils ein Teammitglied, einen 15 minütigen Impuls zu einem der Themen aus dem Circle of Courage zu geben. Dieser Impuls geht immer von der eigenen Praxis aus und beinhaltet die drei Schritte:

  • Herausforderung
  • Weg
  • Entwicklung 

Im Anschluss wird an zwei oder drei Tischen das Thema noch einmal mit den konkreten Fragen der Gäste vertieft und ggf. Lösungswege erarbeitet. Wir bitten um rege Beteiligung aus dem Team, weil wir auch hier immer Lernende und Mentoren sind. 

Alle Veranstaltungen werden dokumentiert und in der Timeout Bibliothek zu finden sein. 

 

Termine

Timeout College (für Eltern, Erziehende, Lehrende und interessierte Mitbürger*innen):
Samstag, 9. Februar 2019
15 - 17 Uhr 
Thurner Wirtshaus 
Mentor: Daniel Götte 
Thema: Zugehörigkeit 


Circle of Courage

Der Circle of Courage ist ein Modell der Jugendentwicklung, das auf den Grundsätzen der Zugehörigkeit, Meisterschaft, Unabhängigkeit und Großzügigkeit basiert. Das Modell integriert die Praktiken der Kindes-/Jugendentwicklung von Stammesvölkern und die Ergebnisse der modernen Entwicklungspychologie und Resilienzforschung. 

Das Circle of Courage-Modell beschreibt die vier wesentlichen Entwicklungsbedürfnisse in Kindheit und Jugendalter: Zugehörigkeit, Meisterschaft, Unabhängigkeit und Großzügigkeit. Es entstand aus der Zusammenarbeit von Martin Brokenleg, Professor für Indianerstudien, und Larry Brendtro, Professor für Erziehungswissenschaft. Sie untersuchten, wie traditionelle indigene Kulturen Kinder erzogen haben, ohne dabei Zwangsdisziplin anzuwenden. 

1990 wurde der Circle of Courage in der Publikation Reclaiming Youth at Risk von Larry Brendtro, Martin Brokenleg und Steve Van Bockern erstmals beschrieben. 

Literaturhinweise

  • Larry K. Brendtro; Lesley du Toit; Beate Kreisle: Respekt als Antwort und Prinzip, in: Sanders/Bock (Hrsg.): Kundenorientierung - Partizipation - Respekt. Neue Ansätze in der Sozialen Arbeit, VS-Verlag, Wiesbaden 2009? 
  • Brendtro, L.; Brokenleg, M.; Van Bockern, S.: Reclaiming Youth at Risk: Our Hope for the Future. Solution Tree, Bloomington 1990/2002