Heranwachsende von der Schule gestresst

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Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen – Schüler leiden unter den Anforderungen des Alltags. Bereits Fünftklässler behelfen sich mit Energydrinks.

aus: ZEITonline, 1. September 2017

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen – Schüler leiden unter den Anforderungen des Alltags. Bereits Fünftklässler behelfen sich mit Energydrinks.

Fast jeder zweite Schüler der mittleren Klassenstufen leidet unter Stress. In einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit gaben 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn an, dass ihnen die Belastung in der Schule zu viel ist.

Mädchen fühlen sich dabei häufiger gestresst als Jungen. Während jede zweite Schülerin (49 Prozent) sehr oft oder oft Stress hat, sind es bei den männlichen Mitschülern nur 37 Prozent. 

In der von der Pubertät geprägten Altersspanne führt das bei zahlreichen Jugendlichen zu gesundheitlichen Beschwerden. Am häufigsten klagen Schüler demnach über Kopfschmerzen (55 Prozent) und Bauchschmerzen (51 Prozent) sowie Rückenschmerzen (43 Prozent). Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) hat Schlafstörungen, gut ein Drittel (32 Prozent) berichtet über Schwindel. Unter den stressgeplagten Schülern klagen mindestens doppelt so viele über Beschwerden wie unter den nicht gestressten Schülern.

Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung hatte für die Studie knapp 7.000 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in sechs Bundesländern befragt.

Die Antworten zeigen auch, dass viele Kinder vor und während der Schule koffeinhaltige Energydrinks trinken. Schon unter Fünftklässlern hat bereits ein Viertel Erfahrungen mit solchen Aufputschern. Bei den Achtklässlern sind es bereits zwei Drittel (69 Prozent) und bei den Zehntklässlern 84 Prozent, die koffeinhaltige Brausen trinken.

Alkohol, Cannabis, Energydrinks

"Gerade für Kinder und Jugendliche sind diese Getränke bedenklich", warnte Studienleiter Reiner Hanewinkel. Er verwies auf das viele Koffein, die extreme Süße und die synthetischen Zusatzstoffe. Die Studie zeigt auch: Schüler, die Energydrinks konsumieren, leiden häufig unter Stress (51 Prozent), schlafen schlechter (26 Prozent) und sind häufiger übergewichtig (17 Prozent). 

Auch Alkohol und Cannabis sind früh ein Thema. Von den Fünftklässlern haben bereits 22 Prozent getrunken, bis zur zehnten Klasse steigt der Anteil auf 89 Prozent. In dieser Jahrgangsstufe hat sich mehr als die Hälfte schon einmal bis zum Rausch betrunken (59 Prozent). Cannabis ist nicht ganz so weit verbreitet: Insgesamt 13 Prozent der Befragten haben Cannabis bereits ausprobiert – bei den Zehntklässlern sind es 29 Prozent.

Übergewicht durch Frühstück außer Haus

Auf der anderen Seite ernähren sich viele Schüler schlecht. Nur etwa die Hälfte isst täglich Obst oder Gemüse. 41 Prozent verspeisen hingegen täglich süße Snacks. Bei einem Viertel steht zudem mehrmals pro Woche oder noch öfter Fast Food auf dem Speiseplan. Auch ein Frühstück vor der Schule hat laut der Studie einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Schüler: Nur zehn Prozent der Kinder, die jeden Tag zu Hause frühstücken, sind übergewichtig. Bei der Gruppe der Schüler, die nie zu Hause frühstückt, sind es 16 Prozent. 

DAK-Chef Andreas Storm forderte ein Schulfach Gesundheit. "Die Schüler können komplexe Matheaufgaben lösen und fließend Englisch sprechen, wissen aber nicht, wie schädlich Zucker und langes Sitzen sind", sagte Storm.