Bau von Mosaik-Tischen

Erstellt von mhs | |   Breitnau

Ein Projekt mit Jugendlichen und jungen Heranwachsenden der Timeout Jugendhilfe gemeinnützige GmbH Breitnau

Das Mosaiksetzen ist eine uralte marokkanische Handwerkskunst und bedarf einer langen Übung.

Die dafür verwendeten Zementfliesen werden auf handwerkliche Weise gänzlich manuell gefertigt. Die einzelnen Zementfliesen haben eine Größe von 10 mal 10 cm, sie sind wasserbeständig und sehr haltbar. Jede einzelne Fliese wird von Hand lasiert und in einem Lehmofen gebrannt. Daher hat jede Fliese ihren ganz eigenen Charakter, in Farbe, Form und Muster.

Das Metallgestell für die Tische ist handgeschmiedet und bietet große Stabilität, sodass die schwere Tischplatte lose auf das Untergestell gelegt werden kann.

Aus den Fliesen werden die kleinen Mosaiksteinchen herausgearbeitet. Mit Hammer, Meißel und Fliesenschneider, mit der Flex oder einem Schleifstein ergeben sich verschiedenste Formen. Bis ein Handwerker diese Kunst beherrscht, um über 360 geometrische Formen zu erlernen, bedarf es einer jahrelangen Übung.

Jedes Muster ist einzigartig. Die Handwerker müssen ihr Muster genau im Gedächtnis haben, denn alle Keramikteilchen werden schließlich verkehrt herum auf dem Boden ausgelegt und anschließend mit Zement fixiert.

Bis die Tische schließlich fertig gestellt sind, vergehen Wochen bis Monate.

Die einzelnen Arbeitsschritte:

1. Wenn Muster und Farbe für den Tisch ausgesucht sind, werden aus den Fliesen die kleinen Mosaiksteinchen herausgearbeitet; zunächst mit einer Fliesensäge, mit Hammer und Meißel.

2. Anschließend werden die einzelnen Steinchen an den Seiten mit der Zange bearbeitet und mit der Feile glatt geschliffen.

3. Das Legen des Musters ist künstlerischer Ausdruck in Farbe, Form und Muster. Dabei kann sich der Handwerker geradezu meditativ in seine Arbeit versenken.

4. Das fertige Mosaik wird daraufhin umgedreht und mit dem passenden Metallgestell eingerahmt, um anschließend mit Zement ausgegossen zu werden.

5. Sobald der Zement getrocknet ist, wird die Tischplatte umgedreht. Nun kann die Vorderseite mit Putz-und Mauermörtel verfugt werden.

6. Bis ein Tisch fertig gestellt ist, muss der Handwerker sehr viel Geduld und Konzentration aufbringen, übt sich in seiner Fingerfertigkeit und lernt den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Maschinen. Am Ende des Prozesses erlebt der Jugendliche ein sichtbares Erfolgserlebnis.

Übrigens:

Die Tische aus der Timeout-Manufaktur können im Thurner Wirtshaus St.Märgen bestaunt und erworben (!) werden.