Herbstfest bei den "Eichbergkindern"

Erstellt von mhs | |   KiTa

Am Freitag, 27. Oktober, feierten die "Eichbergkinder" mit ihren Eltern und den Erzieherinnen Herbstfest

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!

(F.Hebbel)  

 

Lesen Sie hier den "Nachklang" von Ros Bleckmann (Leiterin der KiTa "Eichbergkinder):

Ich ernähre mich durch Kraftvergeudung (Joseph Beuys)

Durch den gemeinsamen Abschluss haben wir alle einen schönen Klang mitgenommen für die Ferientage und darüber hinaus, die aus einer intensiven Vorbereitung, aus der Dankbarkeit und Aufmerksamkeit der Eltern entstanden. Dieser konnte dann letztlich durch den geschaffenen Raum als kleines Fest hervortreten.

Der Regen kam pünktlich um kurz vor zwölf und hielt sich genau bis zum Ende der Feier, die dann zwangsläufig den Plan B provozierte…
Wir saßen also im Küchle und haben so ziemlich alle Lieder gesungen die wir konnten.
Die Eltern waren neben den warmen Ofen und in die Garderobe gerückt. Rein rechnerisch, 29 Personen, geht gar nicht! Aber irgendwie passten doch alle rein. Die Kinder waren in echtem Spiel versunken, haben gesungen, hingebungsvoll gestikuliert. Keine Kompensationen, Übertreibungen, Stagnationen durch Beobachtung.

So konnten wir trotz der Enge im Wagen die Erntegeschichte spielen.
Es war so still, "als atmete man kaum"und sogar eine kleine Ansprache war möglich über "das Reifen" und den heute gern übersehenen "milden Strahl der Sonne". Ein Hauptthema bei den Eichbergkindern. Denn viele Kinder sind genau deshalb hier, damit sie Zeit bekommen und reifen können, einen Weg nehmen können von der kognitiven Schulfähigkeit zu einer umfassenden Schulreife.
Danach wurden die Wagen im Nu zu Suppen-Kuchen-Buden. Es wurde Suppe gelöffelt und Kuchen gegessen.

Der schöne Herbstschmuck draußen und drinnen - ein Augenschmaus, und der mit den Kindern am Vortag gepresste Apfelsaft - ein High-Light. 
Die Suppen haben wir mit den Kindern innerhalb in den Tagen zuvor aus vielen Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Zwiebeln gekocht. Es wurde geschält, geschnipselt, gerührt. 

Ein sehr großer Kürbis, Geschenk einer Mutter, wurde mit Hammer, Meißel, Messer, vielen Löffeln und Kellen mit den Kindern ausgehöhlt. Ein Besuchskind hat ihm zuletzt noch ein fröhliches Gesicht geschnitzt.

Mit "Bunt sind schon die Wälder" und ein paar Abschiedsworte im großen Kreis ohne Regen (!) beschlossen wir das Fest. Die in den letzten Wochen hergestellten Herbstketten aus Früchten und den gedengelten Kupferspiralen wurden übergeben, bevor die KInder an der Hand ihrer Eltern und Geschwister durch das riesige "Ferientor" aus Ästen und Laub gingen, schritten, rannten. Insgesamt ein wohltuend, klares Ende, ein gesammelter, bildhafter Kehraus.

Wir haben in diesem kleinen Fest wieder ein Stückchen Naht genäht - der frische und freie Zusammenhalt zwischen Eltern, Kindern, dem Wald, dem Ort und uns unter dem noch ziemlich neuen Timeout-Dach. Das fühlt sich gut an.  

Wie das ganze Kleidungsstück einmal aussehen wird, kann vielleicht in unseren Visionen und Ideen weiter erkennbar werden.

Ich wünsch uns allen weiterhin solche sinnvollen Formen der Kraftvergeudung wie wir sie hier erlebt haben, auf gleicher Augenhöhe herzhaft spielend, planend, operativ handelnd, wahrnehmend.