JANUS - Gott des Torbogens und der Durchgänge, des Ein- und des Ausganges

Erstellt von mhs | |   Breitnau

Ein altes Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Wir stehen vor dem Beginn eines neuen, halten inne, blicken zurück und nach vorne auf weitere Etappen eines gemeinsam zurückzulegenden Weges.

So ein Anfangen hat immer zwei Gesichter. Das wussten auch schon die alten Römer. Die hatten viele Götter. Einen nannten sie Janus, das war der Gott des Torbogens und der Durchgänge. Der wurde stets mit zwei Gesichtern dargestellt. Das eine blickte nach außen, das andere nach innen. Das eine zurück in die Vergangenheit, die man verlässt, das andere nach vorne in die Zukunft, in die man eintritt. 

Wie das bei Durchgängen eben so ist: Sie sind Eingang und Ausgang zugleich. Erinnerung und Erwartung. Und der Torbogengott hat beides im Blick. Später erst wurde Janus ausdrücklich der Gott nur des Beginns. Am Eingang jedes Gebets angerufen, waren ihm dann auch die ersten Stunden des Tages, die ersten Tage des Monats und der erste Monat des Jahres, der Januar heilig.

Im kommenden Jahr werden wir auf 15 Jahre Timeout Jugendhilfe zurückblicken. Am Anfang stand die Idee, einen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten - eine Gesellschaft, zu deren Grundwerten es gehören sollte, niemanden zurückzulassen.

Inzwischen ist aus dem damals gegründeten eingetragenen Verein Timeout e.V. die Timeout Jugendhilfe gemeinnützige GmbH geworden, die ihre Wirkensfelder auch im zurückliegenden Jahr konsequent und getreu des Gründungsimpulses erweitert hat.

Heute ist Timeout an sechs Standorten vertreten:

  1. mit zwei stationären Wohngruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Hofgut Rössle, unserem Stammhaus in Breitnau
  2. mit einer betreuten Wohnform zur Verselbständigung für Heranwachsende und junge Erwachsene in Vörstetten nördlich von Freiburg
  3. mit einer Außenwohngruppe unseres Stammhauses für Jugendliche und junge Volljährige sowie einem Inobhutnahmeangebot am Thurner in St.Märgen
  4. mit einer stationären Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Asylsuchende sowie junge volljährige Asylsuchende im Lärchenweg in Titisee-Neustadt
  5. mit einer weiteren Wohnform zur Verselbständigung für Heranwachsende und junge Erwachsene im Mösleweg in Titisee-Neustadt
  6. mit den „Eichbergkindern", einer Wald-Kindergartengruppe, in Freiburg-Littenweiler

Blicken wir in die andere Richtung durch den Torbogen des sich zu Ende neigenden Jahres, so steht auf unserer Agenda, die diversen Wirkensfelder und Standorte der Timeout Jugendhilfe in eine Stiftung zu überführen, die langfristig das weitere Gedeihen von Timeout gewährleisten soll. Vorbereitungen hierzu wurden schon getroffen und wir sind zuversichtlich, die letzten juristischen Hürden zeitnah nehmen zu können.

Voraussichtlich Ende Februar 2018 werden die von uns bisher stationär betreuten unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden im Rahmen der Verselbständigung in betreute Wohnformen wechseln. Im dadurch frei werdenden Haus am Lärchenweg in Neustadt werden wir eine stationäre, intensivpädagogische Mädchengruppe einrichten (mit zusätzlichen Inobhutnahmeplätzen für Mädchen).

Unsere KiTa „Die Eichbergkinder“ wird zum Frühjahr 2018 um eine zusätzliche Gruppe erweitert. Während sich das Angebot bisher an Kinder in den letzten beiden Jahren vor Schuleintritt richtete, werden wir dann auch Kinder bereits ab dem 3. Lebensjahr aufnehmen können.

Im Gespräch und in Planung ist ferner eine Erweiterung unseres Schul- und Unterrichtsangebotes am Standort Thurner/St.Märgen.

Ferner beschäftigt uns die Frage, wie sich Jugendhilfe und Altenpflege sinnvoll verbinden lassen. Denn auch am anderen Ende des Lebens droht die Vernachlässigung und das Zurücklassen von Menschen. Die Arbeit an einer entsprechenden Konzeption haben wir bereits aufgenommen. Erste Gespräche auf lokaler und regionaler Ebene bestätigen uns den dringenden Bedarf und signalisieren Unterstützungsbereitschaft.

Ohne das Wirken unserer Mitarbeiter, ohne die vielen Spender, Unterstützer, ohne das staatliche Schulamt, die vielen Jugendämter, Ärzte, Therapeuten und Lehrer, mit denen wir fruchtbar zusammenarbeiten, wäre unsere Arbeit nicht möglich. Dies ist uns gleichzeitig Ansporn und Ermutigung, Timeout weiterzuentwickeln.

An dieser Stelle sprechen wir ihnen allen unseren herzlichen Dank aus und freuen uns auf ein weiterhin tragfähiges Wirken zum Wohl und Gedeihen der uns anvertrauten Menschen. Gemeinsam werden wir auch in Zukunft einen Beitrag leisten können zu einer Gesellschaft, die keines ihrer Mitglieder zurücklassen will! 

Herzlichst Ihr

M. Hubert Schwizler - Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

 

Zeichnung: JANUS - der römische Schutzgott des Ein- und Ausganges, nach Friedrich Doldinger (1897-1973)