Alapakschur auf dem Hofgut Rössle

Erstellt von mhs | |   Breitnau

Die Schur der Alpakas erfolgt jährlich. In der Regel zwischen April und Juni je nach Witterung, Stall und Standort.

Wir scheren auf einem selbst konstruiertem Schertisch in gestreckten Zustand, da dies am stressfreisten für die Tiere ist.

Eine Schur im Stehen ist bei ruhigen Tieren (oft Therapietiere oder Treckingtiere) durchaus möglich; bei unruhigen Tieren ist die Verletzungsgefahr jedoch größer. 

Wir arbeiten immer zu zweit oder zu dritt. Ein oder zwei halten, einer schert. So geht es in der Regel am schnellsten und stressfreisten für die Tier. Wir arbeiten schnell und ruhig, das wirkt sich auch auf die Tiere aus. Daher ist es auch ausreichend, wenn nur ein bis zwei weitere Personen zur Hilfe (einfangen der Tiere, strecken, Wolle verpacken) vorhanden sind.

Die Klauenpflege wird in der Regel bei der Schur gleich mitgemacht.

Zugegeben: Einen Schönheitspreis werden wir damit nicht gewinnen! - Die fertige Wolle (für superweiche und warme Strümpfe, Schals und Pullover gibt es dann aber bei uns im Thurner Wirtshaus in St.Märgen zu kaufen. 

Je nach Tier können bei einer Schur bis zu sechs Kilogramm an Fasern gewonnen werden – als Strickgarn nutzbar, also für die Weiterverarbeitung geeignet, ist davon jedoch meist nur die Hälfte.

Das feine Alpakagarn geört zu den hochwertigsten und teuersten Wollsorten der Welt. Warum die Alpakafaser so wertvoll ist, wird bei einem Blick auf die Faserstruktur klar: Die Fasern sind innen hohl und weisen damit einmalige Thermoeigenschaften auf, die das Tragen von Alpaka-Kleidungsstücken sowohl im Sommer als auch im Winter möglich machen:

  • Im Winter speichert Wolle von Alpakas die Wärme des Körpers.
  • Gleichzeitig isolieren die Fasern vor Kälte und sorgen so für Wohlsein an kalten Tagen.
  • Im Sommer sorgen die Fasern für einen Wärmeausgleich, da sie dazu in der Lage sind, Wärme abzustoßen.
  • Schweiß (und Feuchtigkeit generell) wird von den hohlen Fasern aufgenommen und abgeführt – auch ein Grund, warum vor allem Socken aus Alpakawolle besonderen Tragekomfort versprechen.
  • Gleichzeitig bleibt das Kleidungsstück auch bei starkem Schwitzen von Gerüchen verschont, da die enthaltenen Eiweißmoleküle den Schweiß neutralisieren.

Der hohe Tragekomfort an heißen und kalten Tagen ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Nachfrage nach Alpaka Wolle stetig steigt. In den südamerikanischen Anden, aus denen die Alpakas stammen, sind die Menschen starker Witterung ausgesetzt, sodass die Kleidung, die sie tragen möglichst widerstandsfähig sein muss – Alpakawolle ist hier ideal, denn sie ist:

  • besonders langlebig
  • schmutzabweisend
  • strapazierfähig (3x reißfester als Schafwolle)
  • feuchtigkeitsabweisend (die Aufnahme von Feuchtigkeit liegt bei lediglich 25 Prozent)
  • weniger anfällig für Verfilzungen (was bei anderen Naturfasern häufig ein Problem ist)
  • undurchlässig für UV-Strahlen