15 Jahre Timeout Kinder-und Jugendhilfe in Breitnau

Erstellt von mhs | |   Presse

Pressemitteilung

15 JAHRE Timeout Kinder- und Jugendhilfe 

BREITNAU. Die Arbeit der im Jahre 2003 unter dem Namen „Timeout“ auf dem Hofgut Rössle in Breitnau gegründeten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung wird inzwischen an insgesamt fünf weiteren Standorten konsequent fortgeführt.

15 JAHRE Timeout Kinder- und Jugendhilfe gGmbH (ehemals Timeout e.V.) sind ein Grund zum Feiern:

  • Am Freitag, den 28. September, findet von 18h bis 22h ein Fest im Hofgut Rössle auf der Nessellache statt für alle aktuellen und ehemaligen BetreuerInnen, Jugendlichen und deren Eltern
  • Am Samstag, den 29. September, gibt es ab 11h am Thurner in St.Märgen dann ein großes Fest für alle Nachbar*innen und Mitbürger*innen, für interessierte Zeitgenoss*innen, alte Bekannte und neue Freunde, für Jung und Alt mit Spiel und Unterhaltung (Bull-Riding, Kutschfahrten, Schießbude, Impro-Theater, Highland-Games, Alpaka-Spaziergänge u.v.a.m.) sowie Bewirtung mit Unterstützung des Thurner Wirtshaus und des Café KirschSprung. Am Abend gibt's im Thurner Wirtshaus Musik und Tanz bis in den nächsten Morgen ....


Seit der Gründung war es Timeout immer ein zentrales Anliegen, Kindern und Jugendlichen in Not eine qualitativ hochwertige, individuell maßgeschneiderte Hilfe zukommen zu lassen und hierfür den belegenden Jugendämtern aus dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald sowie aus anderen Landkreisen und Bundesländern auch unorthodoxe Angebote zu machen. Dabei wurden Wege verfolgt und Leistungen erbracht (Landwirtschaft/Beschulung), die für uns als freier Träger weit über das hinausgehen, wofür Jugendämter gemeinhin aufkommen. Damit auch in Zukunft alle unsere Standorte und Projekte dem einen Ziel dienen, nämlich für Kinder, Jugendliche, später auch alte Menschen nützlich zu sein, wird noch in diesem Jahr eine gemeinnützige Stiftung gegründet, unter deren Dach die verschiedenen Projekte zusammengefasst werden.

Inzwischen sind auch die Veränderungen in der Gesellschaft nicht spurlos an uns vorübergegangen. Wir sehen an den verschiedenen Standorten immer deutlicher eine stark anwachsende Zahl intensiver Bedarfe. So sind die Fälle, bei denen uns Kinder und Jugendliche auf Grund traumatischer Erlebnisse vorgestellt werden, stark angestiegen. In vielen der Fälle entpuppen sich allmählich Missbrauchskonstellationen, die zu einer Symptomatik geführt haben, die zunächst nicht einzuordnen war. In einer größeren Anzahl der Fälle zieht das Clearing dann ein fein abgestimmtes Vorgehen mit Beratungs- und Informationsstellen, mit Ärzten, Therapeuten, aber auch Anwälten, Gerichten, der Polizei, dem Weißen Ring usw. nach sich.

Diese Erfahrungen haben uns einerseits veranlasst, unsere Mitarbeiter durch gezielte Fortbildungen für die Herausforderungen einer fruchtbaren pädagogischen Arbeit zu rüsten, andererseits aber auch, Ideen zu entwickeln, wie wir unsere Strukturen und Angebote den Anforderungen anpassen können.

Standort Hofgut Rössle Nessellachen/Breitnau

Hier arbeiten wir mit zwei Gruppen von jeweils 8 Mädchen und 8 Jungen koedukativ im Alter von 10-18 Jahren. Die Landwirtschaft bildet nach wie vor ein zentrales Element der gemeinsamen Arbeit und Strukturierung des Tagesablaufes. Wir planen jeweils vier Plätze bei den männlichen Jugendlichen und drei Plätze bei den weiblichen Jugendlichen als „Intensivplätze“ auszugestalten. Das heiminterne Beschulungsangebot soll erhalten bleiben und durch eine Erweiterung am Standort Thurner ergänzt werden.

Standort Titisee-Neusatdt I

Stationäre, intensiv-pädagogische Wohngruppe (Trauma-Gruppe) für sechs Mädchen im Alter von 6-14 Jahren. Das Angebot ergibt sich aus dem Bedarf, der in den überwiegenden Fällen von multi-traumatischen Erfahrungen und anderen belastenden Faktoren geprägt ist, und zielt auf ein adäquates pädagogisch-therapeutisches Milieu. Mit differenzierten und bedürfnisgerechten Formen der Betreuung gelingt es hier, für die betreuten Mädchen jenen "sicheren Ort" und gute Grenzen zu schaffen, die sie brauchen, um sich angemessen weiterzuentwickeln.

Standort Titisee-Neustadt II

Hier werden weiterhin fünf ehemalige unbegleitete minderjährige Asylsuchende (umAs), sowie inzwischen in anderen WGs und Wohnungen untergebrachte umAs weiterbetreut, bis diese Hilfestellung einmal nicht mehr notwendig sein wird. Die Verwendung der Immobilie für die Zeit danach ist noch offen.

Standort Thurner/St.Märgen

  • Die bestehende Form der stationären Jugendhilfe am Thurner umfasst derzeit acht Plätze, koedukativ für 14- bis 18-Jährige. Demnächst wird dort das Angebot auf zweimal sechs Plätze (darunter auch intensivpädagogische) erweitert.
  • Schule: Bereits jetzt arbeiten zwei Lehrer mit Jugendlichen auch am Standort Thurner in einem erweiterten Unterrichtsangebot unseres Standortes Breitnau. Geplant ist zum Schuljahr 2019/20 die Gründung eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ/E-Schule) mit der Möglichkeit, auch externe Schüler aufzunehmen.
  • Kinderschutz/Beratung/Fortbildung: Geplant ist, den Standort Thurner als „Kompetenzzentrum“ auszubauen, um wirksame und effiziente Module zur Verfügung zu stellen, Beratung anzubieten und in Fortbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte aufzubauen. Bisher wurden Gespräche mit Vertretern aus den Fachgebieten Psychologie, Sozialpädagogik, Kinderschutz, Kinder- und Jugendheilkunde und -psychiatrie geführt, aus denen bereits erste wesentliche Erkenntnisse abgeleitet werden konnten.
  • Beratung/Begleiteter Umgang: Wir werden so genannten Begleiteten Umgang anbieten. Ferner sehen wir erheblichen Beratungs- und Mediationsbedarf, dem wir bereits in Kooperation mit der Freiburger Konfliktberatung (www.konfliktberatung-freiburg.de) begegnen. 
  • Ein Waldkindergarten mit ganztägigem Betreuungskonzept für U3- und Ü3-Jährige ist hier in Konzeption. Geplant sind 15-20 Plätze, von denen einige auch solchen Kindern zur Verfügung gestellt werden sollen, die einen besonderen Förderbedarf haben. An diesem Konzept zeigen bereits weitere Gemeinden aus dem Hochschwarzwald Interesse.
  • Am Standort Thurner wollen wir langfristig auch Angebote für die Altenhilfe anbieten sowie erweiterte Angebote der Jugendhilfe. Allerdings finden hierfür zunächst Sondierungsgespräche auf politischer Ebene statt.

Thurner Wirtshaus St.Märgen

Das traditionsreiche Thurner Wirtshaus, mit dem seit seiner Wiedereröffnung in 2015 eine engen Kooperation besteht, wird im Zuge der Errichtung der Timeout-Stiftung in die gemeinnützige Timeout-Familie eingebettet und bietet Jugendlichen vielfältige Erfahrungsfelder zur Berufsvorbereitung.

Standort Vörstetten (Landkreis Emmendingen)

Hier wird sechs Jugendlichen in einer betreuten Wohnform die Möglichkeit zur Verselbstständigung geboten.

Standort Freiburg/Littenweiler

Waldkindergarten „Die Eichbergkinder“ (Stadt Freiburg) mit zwei Gruppen (www.timeout.eu/kita).Hier können Kinder durch Naturnähe und Raumerfahrung, durch Bewegungs- und Begegnungsreichtum eine besondere Pflege der Sinne und der Geschicklichkeit erfahren.


Mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und den Jugendämtern besteht inzwischen auf allen Ebenen eine langjährige hervorragende Zusammenarbeit. Hier hat sich aus unserer Sicht eine belastbare und vertrauensvolle Basis entwickelt, die einen kritisch-konstruktiven Diskurs zuließ und gerade auch deshalb zu einer fruchtbaren gemeinsamen Arbeit beitrug. Hierfür sind wir sehr dankbar. Wir hoffen, diesen Weg in Zukunft gemeinsam fortsetzen zu können, um noch zu vielen weiteren guten Ergebnissen zu gelangen.

Breitnau, 17. September 2018

M. Hubert Schwizler (Presse-/Öffentlichkeitsreferent, Timeout Kinder- und Jugendhilfe gGmbH Breitnau)