Wiederholte Begrüßung

Erstellt von mhs | |   Presse

Es gibt Zeiten im Leben mit Kindern – schwierige Zeiten –, da hilft nur eines: sich auf das Wesentliche zu besinnen. Man kann so viel tun. Aber die wirksamen Dinge sind oft ganz unvermutete Dinge. - Kolumne von Henning Köhler in "erziehungsKUNST - Waldorfpädagogik heute" (03/2017)

Der sanfte Wille versetzt Berge.

Wussten Sie, dass es die meisten Kinder ab dem 8., 9. Lebensjahr sehr lieben, wenn man ihnen von früher erzählt? Von ihren Eigenheiten in der Kleinkindzeit. Von der Art, wie sie sprechen lernten. Welche Worte sie zuerst sagen konnten. Wie und womit sie am liebsten spielten. Welche Verse und Geschichten ihnen am besten gefielen und welche originellen Bemerkungen sie dazu machten. Wogegen sie sich ohne erfindliche Gründe mit Händen und Füßen sträubten. Was ihnen große Angst einjagte. Von Krankheiten, Kümmernissen, Tollpatschigkeiten und plötzlichen, erstaunlichen Entwicklungsschritten. Wie es bei ihrer Geburt zuging. Wie Mutter und Vater einander kennen lernten ... Nehmen Sie sich ein oder zwei Mal in der Woche regelmäßig ein halbes Stündchen Zeit, um von früher zu erzählen … bildhaft, unaufgeregt und bitte ohne das Geschehene zu bewerten! Man kann dabei auch Fotos anschauen. Oder Bilder vom Dachboden holen, die das Kind damals malte. Sie werden sehen: Dieses Ritual hat eine erstaunliche Wirkung. Es empfiehlt sich gerade in schwierigen Phasen.

Wann haben Sie Ihr Kind zuletzt wirklich angesehen, seinen Blick erwidert und sich berühren lassen von dem Unergründlichen, das aus diesen – und nur diesen – Kinderaugen spricht? Wann haben Sie zuletzt innegehalten, wenn Sie Ihr Kind sprechen hörten, und lauschend hingefühlt zu dem unverwechselbar Eigentümlichen dieser Sprachmelodie, Sprachmodulation? Ein Wunder …

Lesen Sie hier die ganze Kolumne von Henning Köhler unter erziehungsKUNST - Waldorfpädagogik heute (April 2017) ...>