Selbstwirksamkeit und Selbstermächtigung

Seit Anfang April 2017 gehört die in zwei Forstwagen am Eichberg in Freiburg-Littenweiler beheimatete KiTa "Die Eichbergkinder" zur stetig wachsenden Timeout-Familie. Hier wird Viereinhalb- bis Sechsjährigen vor dem Schuleintritt eine letzte besondere Kindergartenzeit geboten durch Erfahrung von Selbstwirksamkeit, durch unmittelbares Erleben und Lernen.

Das Angebot richtet sich speziell an jene Kinder, die der zunehmenden Vorverlagerung des Einschulungsalters zum Opfer zu fallen drohen, die zwar dem herkömmlichen Kindergarten entwachsen sind, einem Schulalltag aber noch nicht gewachsen erscheinen und ein weiteres unbeschwertes Jahr der Nachreifung benötigen. Hier können diese Kinder durch Naturnähe und Raumerfahrung, durch Bewegungs- und Begegnungsreichtum eine besondere Pflege der Sinne und der Geschicklichkeit erfahren.

Zugang und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verlaufen heute viel individueller, so dass in größerem Umfang heterogene Zugänge in Gruppen notwendig werden. Anstelle von Konformität erachtet Timeout daher Diversität als naturgegeben und strebt danach, ihr mit individueller Förderung zu begegnen.

Schulpflichtig werdende Kinder sind heute intellektuell oft auffallend wach. Während ihr Weltverständnis stark ausgeprägt ist, können ihre soziale Reife, Kraft und Ausdauer damit aber nicht immer Schritt halten. Bei der Bewertung von Fähigkeiten, die in der Schule erforderlich sind, besteht die Versuchung, die intellektuelle Reife höher als die sonstige Entwicklung zu bewerten und dadurch statt zu einer ausgewogenen Vielfalt der kindlichen Erfahrungsfelder zu ihrer Vereinseitigung beizutragen. Angesichts der wachsenden zivilisatorischen Herausforderungen an die kindlichen Lebenskräfte kommt es gleichwohl immer mehr auf diese Vielfalt der Möglichkeiten an, sich die „Welt zu eigen“ zu machen, zu einer Selbstermächtigung beizutragen, wie dies Kindergarten und Schule in unterschiedlicher Weise und einander ergänzend leisten können. 

Der für manche Kinder problematische „Schwellenübertritt“ vom Kindergarten in die Schule kann durch dieses Angebot deutlich abgemildert werden. Den Kindern wird Zuversicht vermittelt für den von ihnen jeweils individuell zu vollziehenden Schritt in das Schulalter.

Die Erweiterung des Leistungsangebotes vom Schul- und Jugendalter in die Kindheit der Vorschulzeit versteht sich für Timeout als konsequente Fortsetzung des Gründungsimpulses: Niemanden in dieser Gesellschaft zurücklassen!     

 

Die Eichbergkinder

bieten allen 5-6 Jährigen vor dem Schuleintritt eine letzte, besondere  Kindergartenzeit

  • durch unmittelbares Erleben
  • durch eigene Erfahrungen
  • durch unmittelbares Lernen
  • durch Selbstwirksamkeit

NEU!

Jetzt auch für Kinder ab 4 1/2 Jahren: 

Eintauchen und Wiedererkennen - Zwei Jahre vor dem Schuleintritt

 

Das Konzept

Erfahrung in der Bewegung

Freiheit – Freude – Geschicklichkeit

  • Wir gehen ausgiebige Wege auf Wiesenpfaden, durch den Wald, auf weglosem Gelände, steil und schmal, breit und ruhig.
  • Wir spielen, sägen, schnitzen, schaufeln.
  • Wir schneiden Obst und Gemüse.
  • Wir machen Feuer und zapfen Wasser.


Erfahrungen des eigenen Wohlbefindens

Wohlgefühl – In-Sich-Ruhen – Geborgenheit

  • Wir hören Geschichten, machen Puppenspiele und genießen die Ruhe bei gemütlicher Ofenwärme.
  • Wir erfahren milde Winde und wärmende Sonne im Kontrast zu Wind und Wetter, zu kalten und nassen Tagen.


Erfahrungen mit der eigenen Grenze

Sanfte Bestimmtheit – Toleranz – Nähe und Distanz

Wir erleben Berühren und Berührt-Werden

  • in der geborgenen Atmosphäre des Bauwagens,
  • in der Weite des Waldes,
  • beim Händewaschen,
  • beim Graben,
  • beim Handwerken durch gut sitzende Kleider und Schuhe.

 

Erfahrungen mit dem Gleichgewicht

Ruhige Zielstrebigkeit – Balance – Umsicht

  • Wir laufen bergauf- und bergab
  • Wir fallen hin und stehen auf,
  • Wir springen und klettern,
  • Wir balancieren und hüpfen.
  • Wir schwingen und schaukeln am Baumseil durch den Wald.

 

Rhythmus

Die Wochengestaltung ist geprägt durch täglich rhythmische Abläufe:

  • Fußweg von Littenweiler auf den Eichberg zum Bauwagen
  • Ankommen und Frühstück
  • Feuerholz sammeln
  • Spielen
  • Märchen; Reime und Lieder
  • kurzer Fußweg zurück nach Littenweiler

 

Spezielle Motive und Angebote

  • Montag: Ankommen und Beheimaten, Hüttenbau
  • Dienstag: Umgebung erkunden, Bewegungsspiele
  • Mittwoch: Arbeiten mit dem Seil, Klettern
  • Donnerstag: ruhige Innerlichkeit, Schnitzschule
  • Freitag: Gang über den Berg zur Feuerstelle - "Brutzeln und Braten"

 

Betreuungszeit

Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr

 

Liebe Eltern,

wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind schon kognitiv schulfähig ist, aber im Emotionalen oder Sozialen noch Sicherheit sucht, wenn Ihr Kind im Motorischen noch mehr Sicherheit braucht, wenn andere Nachreifungsprozesse noch Zeit brauchen oder wenn Sie Ihrem Kind noch ein unbeschwertes Jahr im Wald schenken möchten, dann melden Sie sich gerne bei uns.

Unser Blick richtet sich auf die Belange eines jeden einzelnen Kindes und auf eine Gruppenführung, die warme Räume und Geborgenheit vermittelt. Sie als Eltern und Familien sind für Ihr Kind und uns die wichtigsten Begleiter in dieser Zeit.

Wir arbeiten nach waldorfpädagogischen Gesichtspunkten, orientieren uns am Jahreslauf und an den christlichen Jahresfesten.