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Adventsbrief der "Kultur im Rössle"

Erstellt von mhs | |   Kultur

Das Jahr 2020 neigt sich seinem Ende zu. Wer hätte seinen Gang geahnt, einen solchen Verlauf für möglich gehalten oder erwartet?

Liebe Freunde und Förderer der "Kultur im Rössle",

gerade noch hatten wir die Programmbroschüren „Kultur im Rössle 2020“ druckfrisch in den Händen gehalten, als auch unser Veranstaltungszyklus den Infektionsschutzmaßnahmen Folge leistend abgesagt werden musste. Und die Vorfreude war doch so groß!

Mit einer literarisch-musikalischen Matinee zu Hölderlins 250.Geburtstag wollten wir den diesjährigen Zyklus eröffnen. Auch das Werk und Leben des anderen großen Jubilars dieses Jahres, Ludwig van Beethoven, wäre im Laufe des Sommers und Herbstes bei „Kultur im Rössle“ mit Konzerten gewürdigt worden.

Als nach dem ersten Lockdown Konzerte mit kleinerer Zuhörerzahl wieder möglich waren, gelang es uns angesichts der baulichen Gegebenheiten des Rössle jedoch nicht, ein zu verantwortendes Hygienekonzept zu verwirklichen, welches konsequent Abstandseinhaltung und separate sanitäre Einrichtungen für Bewohner, Gäste und Musiker hätte gewährleisten können. Mit großem Bedauern sahen wir uns daher gezwungen, noch vor den Sommerferien auch alle weiteren Veranstaltungen des Jahres abzusagen. Inzwischen hat uns ja sogar ein zweiter kultureller Shutdown eingeholt. Uns ist bewusst, dass dies vor allem für die Künstler ein herbes Verzichten und Entbehren bedeutet, dass aber auch von Ihnen, unserem musikbegeisterten Publikum, die Sonntagsmatineen der „Kultur im Rössle“ schmerzlich vermisst werden.

Nun richten sich die Blicke über den Jahreswechsel hinaus nach vorne, in das neue Jahr. Wir hoffen, die Reihe der „Kultur im Rössle“ Konzerte wieder aufnehmen zu können. Die Infektionsschutzmaßnahmen werden dies in absehbarer Zeit sicher wieder zulassen. Eine Fortsetzung der „Kultur im Rössle“ wird zunächst aber wohl nur im Rahmen einzelner Veranstaltungen oder Konzerte möglich sein. Die Rückkehr zu einem kompletten Veranstaltungszyklus zwischen April/Mai und Oktober/November eines jeden Jahres wird sicher noch etwas auf sich warten lassen. Denn in der nächsten Zeit stehen im Hofgut Rössle Umbaumaßnahmen an im Zusammenhang mit der Fortentwicklung unseres stationären Jugendhilfe- und Betreuungsangebots. Davon werden auch das zweite Obergeschoss und das Dachgeschoss des Rössle betroffen sein - und peripher wohl auch der Festsaal. Hierbei versuchen wir angemessene Lösungen für künftige Besuchertoiletten und eine Künstlergarderobe zu finden.

Bei der Suche nach einem neuen Konzertflügel werden wir von Klavierbauer Johannes Nicola und der Pianistin Ulrike Wirth begleitet. Zwei Instrumente stehen schon in der Auswahl. Wir hatten gehofft, eines davon anlässlich einer internen Feier Anfang November erstmalig im Festsaal hören zu können. Doch auch dieses Konzert mussten wir schließlich in Verantwortung vor der Unversehrtheit der Bewohner, Mitarbeiter und Angehörigen kurzfristig absagen. Dabei sind wir noch immer auf der Suche nach weiteren Spendern, Gönnern und Förderern. Wir sind noch nicht am Ziel! Um die gesamte Ankaufsumme aufbringen zu können, werden wir nun auch mit Stiftungen Kontakt aufnehmen. Dank an alle, die uns schon großzügig Tasten des neuen Instruments gespendet haben. Besonders dankbar sind wir für die Unterstützung von Johannes Nicola, der uns versicherte, uns bei der Suche und Auswahl eines Instrumentes nicht im Stich zu lassen und für die Zwischenzeit auch andere Lösungen finden würde.

Ein herzliches Dankeschön gilt jedoch auch Ihnen, unserem Publikum! Ohne Ihre Aufmerksamkeit, ohne Ihre Anteilnahme, ohne Ihre positiven Rückmeldungen, ohne Ihre Großzügigkeit und Zuneigung hätte sich die „Kultur im Rössle“ nicht erhalten und nicht entwickelt, wie sie es tat. Sie haben uns ermuntert, ermutigt und begeistert. Sie gaben den Anlass, unseren Festsaal regelmäßig in ein Sonntagsgewand zu kleiden.

Wir hoffen, dass Sie mit Ihren Angehörigen bisher gut durch die Pandemie und durch die in der Folge davon notwendig gewordenen Einschränkungen gekommen sind. Mögen Sie auch weiterhin gut behütet bleiben! Sofern Sie Betroffene und Leidtragende sind, senden wir Ihnen unsererseits Gedanken der Anteilnahme, des Trostes, der Ermunterung und Ermutigung.

Erst heute Nachmittag in einem Interview, welches Freiburger Studentinnen der Sozialen Arbeit mit mir führten, wurde mir in der Beantwortung einer Frage noch einmal bewusst, dass wir Menschen selbst in all unserem besten Streben und in unseren besten Absichten zwar vieles erreichen, aber doch (fast) nichts erzwingen können. Zum Gelingen, zum Bestehen, zum Überwinden und Überleben sind wir Menschen dann doch auf eine „Zugabe“ angewiesen. Nennen Sie es Fortune, eine Gunst, eine Gnade oder himmlischen Segen - wir wünschen Ihnen jedenfalls, dass Sie davon erreicht, berührt und begünstigt werden mögen.

Wir wünschen Ihnen ferner eine besinnliche (wann hätte die Menschheit angesichts der zahlreichen apokalyptischen Zukunftsperspektiven je der Besinnung mehr bedurft denn heute?) Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest im engsten Kreis der Familie.

Kommen Sie gut durch die zwölf Raunächte!

Treten Sie mit Mut und Zuversicht in das neue Jahr ein!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen!

Herzlichst grüßt Sie im Namen aller Kinder, aller Jugendlichen und aller Mitarbeiter

Ihr M. Hubert Schwizler

Hofgut Rössle - Breitnau, 1. Dezember 2020

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